Monn und Schönberg: Zwei Cellokonzerte, barock und zeitgenössisch - und dennoch mit großer Verwandtschaft -, bilden das Herzstück für eine Weltersteinspielung im Rahmen dieser SACD-Edition.
Am 19. November 1913 erwachte in Wien zunächst das Concerto per Violoncello o Cembalo g-Moll des bis dato in Vergessenheit geratenen, österreichischen Barockkomponisten Matthias Georg Monn aus seinem Dornröschenschlaf - gespielt von dem legendären Virtuosen Pablo Casals und den Wiener Philharmonikern unter der Leitung von Franz Schalk.
Auf dieser SACD erklingt Monns Cellokonzert nun erstmals in der Fassung mit Schönbergs eigener Generalbaß-Aussetzung und seinen 1913 für Pablo Casals geschriebenen, umfangreichen Kadenzen, die Casals aufgrund der hohen technischen Anforderungen nie zur Aufführung brachte.
Auch Arnold Schönbergs Konzert für Violoncello und Orchester D-Dur in freier Umgestaltung nach dem Concerto per Clavicembalo von Matthias Georg Monn - kurz vor seiner Emigration (1932/33) in die USA entstanden - ist ein Werk der Konzertliteratur, dessen spieltechnischer Anspruch einer weiten Verbreitung hinderlich war und immer noch ist. Die Frage, wie viel Monn noch in diesem Schönberg steckt, beantwortet der Solist Hans-Christian Schwarz mit spontaner
Begeisterung: "Es gibt einen fließenden Übergang von Monn zu Schönberg, und der ist wirklich genial gemacht. Zuerst denkt man an ein barockes oder frühklassisches Werk und dann plötzlich schleicht sich irgendwas ein, was die Klangfarbe
oder den Rhythmus verändert, und dann ist es eben Schönberg."
Ein Schönberg, der konstruktive Brillanz in die barocke Melodik Monns hineinwebte und der sich auch dann treu blieb, wenn er die Vergangenheit zum Ausgangspunkt seines Komponierens machte...
Hans-Christian Schwarz, Violoncello
Thomas Günther, Cembalo
Philharmonisches Orchester der Hansestadt Lübeck
Roman Brogli-Sacher, Leitung
Cybele SACD 761301
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