Objekt #80 / Arnold Schönberg: Landschaft

Bleistift auf Papier
ca. 1907
Catalogue raisonné 259

Belmont Music Publishers, Pacific Palisades/CA

»Es sieht jetzt aus, als ob die Musik Schönbergs eine Resultante des Vorausgegangenen oder der ungelöste Rest seiner übrigen Bestrebungen wäre. In Wahrheit sind seine ersten Eindrücke musikalische gewesen. Vielleicht durch den Zufall, daß er als Kind den Geigenbogen statt des Pinsels oder der Feder in die Hand bekam. Daher wuchs die Musik und ihre Technik mit ihm auf, während die anderen Künste warten mußten, bis die Empfindungen lebendig wurden, die nach außen drängten. Als nun innerlich alles bereitstand und wartete, da wurde die Spannkraft so groß, daß die äußere Technik im Augenblick des Produzierens erworben werden mußte. Immerwährende Technik gibt es ja nicht, denn sie wird zugleich mit dem Werk geboren.
Daß ihn die Musik früher traf, wird deutlich, wenn wir z. B. seine ersten Lieder ansehen und die ersten Bilder. Die Lieder reichen mehr als ein Jahrzehnt zurück. Die Bilder kaum drei Jahre. Die Musik auf gebaut auf den Gesetzen des Dreiklangs, die Bilder mit vollständig neuen Werten, abgewendet und nicht aufgebaut. Es ist bezeichnend, daß die ersten Bilder in jene Zeit fallen, wo Schönberg anfing, in der Musik andere Wege zu gehen. Nichts ist so organisch wie das. Kein
Mensch könnte so logisch konstruieren wie die Entwicklung es tut. Der Einwand vom Absichtlichen und Gemachten seiner Musik sieht nur die Oberfläche. Daß man so fühlt, kann man nicht anders beweisen, als daß man so schreibt.« (Karl Linke, in: Der Merker, Juni 1911)

Arnold Schönberg: Friede auf Erden op. 13 (1907)

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