Objekt #78 / Arnold Schönberg: Nachtigall

Glosse zu einem polemischen Zeitungsartikel
10. April 1923

Arnold Schönberg Center, Wien

»Dabei gelang es ihm [Schönberg] bis zu einem gewissen Grade den Rhythmus [des Nachtigallengesangs] zu fixieren. Aber nur bis zu einem gewissen Grade: denn es stellte sich für ihn heraus, dass den Strophen der N[achtigall] zwar wahrscheinlich ein gut eingeteilter Takt zugrundeliegt, (denn er konnte Regelmässigkeit wahrnehmen) dass jedoch die Zahlen durch welche diese Takte geteilt werden kaum so einfache sein dürften, wie die im musikalischen Takt angewendeten […] Aber er [der Komponist Schönberg] weiss sich noch heute zu erinnern, dass (den[n] die Notierung geschah vor cirka 10–12 Jahren in der Villa Lep[c]ke in Zehlendorf bei Berlin, wo es im Gegensatz zu Mödling, Nachtigallen gab) dass er damals schon überlegte ob die Nachtigall ein kunstvolleres oder ein kunstloseres Lied singe, als die Amsel.«

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